Startseite Pressemitteilungen Nein zu Gewalt an Frauen - Jede dritte Frau weltweit wird Opfer körperlicher Gewalt
Nein zu Gewalt an Frauen - Jede dritte Frau weltweit wird Opfer körperlicher Gewalt

Am 25. November findet der jährliche Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Dass dieser Tag auch in Deutschland bitter nötig ist zeigt die traurige Tatsache, dass auch 2012 106 Frauen durch Partnergewalt starben. Weltweit werden 35% der Frauen Opfer körperlicher Gewalt. Diese Gewalt an Frauen passiert in allen Ländern, Kulturen und Schichten. Laut einer Studie der WHO vom Sommer dieses Jahres ist das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen enorm. Die Studie weißt ebenfalls nach, dass von Gewalt betroffene Frauen darüber hinaus zusätzlich oft langwierige Gesundheitsprobleme durch die ihnen zugefügte Gewalt erleiden.

Auch in Deutschland wird nur ein Bruchteil der sexualisierten und körperlichen Gewalt von Frauen angezeigt. Eine große Hürde sind dabei die Angst vor Stigmatisierung und Scham. Viele Frauen trauen sich nicht das Erlittene anzusprechen, geschweige denn eine Anzeige gegen den Täter zu stellen. Oftmals passieren Gewalt und Vergewaltigungen im unmittelbaren Familien- und/oder Bekanntenkreis. Eine weitere Hürde die es vielen Frauen unmöglich macht entsprechend gegen Ehemann, Vater, Bruder oder Freund vorzugehen. Die meisten Übergriffe auf Frauen passieren in den eigenen vier Wänden. Fast jede zweite Tötung von Frauen in Deutschland erfolgte 2012 durch den (Ex-)Partner. Dem Voraus gehen meist jahrelange sexualisierte und körperliche Gewalt, versuchte Tötungen und schwerste Misshandlungen.

„Angesichts der Tatsache, dass es fast jeden Tag in Deutschland versuchte oder vollendete Tötungen an Frauen durch ihren (Ex-) Partner gibt, müssen verstärkt Anstrengungen unternommen werden um Frauen und ihren Kindern so früh wie möglich Hilfe zukommen zu lassen. Dazu braucht es ein tragfähiges Netz von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen, die unbürokratisch, schnell und barrierefrei erreichbar sind. Außerdem benötigen diese Stellen eine adäquate finanzielle und personelle Ausstattung. Die Wirklichkeit der Frauenberatungsnetzwerke und Frauenhäuser sieht allerdings anders aus. Auch in Thüringen bangen die Frauenhäuser und Beratungsstellen immer wieder aufs Neue um ihre Finanzierung. Barrierefreiheit gibt es in keinem Thüringer Frauenhaus. Das seit diesem Jahr deutschlandweit eingerichtete Hilfetelefon bei Häuslicher Gewalt ist sicher ein richtiger Schritt. Es verfehlt allerdings seine Wirkung, wenn die Strukturen vor Ort eine Frau nach ihrem Hilferuf nicht auffangen können. Ohne Strukturen vor Ort wird es auch keine adäquate Hilfe für von Gewalt betroffene Frauen geben, die sich an ein richtiges und notwendiges Hilfetelefon wenden.“, so die Vorsitzende Ilona Helena Eisner.
Der Landesfrauenrat Thüringen wird sich auch im nächsten Jahr für von Gewalt betroffene Frauen einsetzen.

„Unsere Delegiertenversammlung hat sich in diesem Jahr mit einem Beschluss für die flächendeckende anonymisierte Spurensicherung nach Vergewaltigung in Thüringen ausgesprochen. Wir wollen dazu im nächsten Jahr mit wichtigen AkteurInnen aus Justiz, Polizei, Politik aber auch mit ÄrztInnen und Krankenkassen sowie Pflegepersonal ins Gespräch kommen in wie weit diese flächendeckende anonyme Spurensicherung realisiert werden kann. Darüber hinaus werden wir uns auch immer wieder stark machen für die Einrichtungen und Beratungsstellen, die von Gewalt betroffenen Frauen helfen. Weiterhin gilt es auch in der Öffentlichkeit deutlich zu machen: Häusliche Gewalt kann tödlich enden! Das dürfen Verantwortliche aus Politik und Gesellschaft nicht länger hinnehmen.“, so die Vorsitzende abschließend.

V.i.S.d.P. und für Rückfragen: Madeleine Henfling (Geschäftsführerin) 0170/9618722

 
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