Startseite Pressemitteilungen Zur gestrigen Sitzung des Thüringer Gleichstellungsausschuss erklärt Ilona Helena Eisner, Vorsitzende des Landesfrauenrates Thüringen:
Zur gestrigen Sitzung des Thüringer Gleichstellungsausschuss erklärt Ilona Helena Eisner, Vorsitzende des Landesfrauenrates Thüringen:

Pressemitteilung         

07.02.2013

„Wir halten es für kontraproduktiv in der jetzigen Situation, die Position der Gleichstellungsbeauftragten auch für Männer zugänglich zu machen. Solange Frauen in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes noch maßgeblich unterrepräsentiert sind, sie aber den überwiegenden Anteil an Teilzeitbeschäftigten mit allen rentenrecht-lichen Folgen bilden, benötigen weibliche Beschäftigte auch eine Interessenvertreterin, die tatsächlich ihre Interessen vertritt. Und angesichts der aktuellen Debatte zum Thema alltäglicher Sexismus, der genauso wie in der Politik, in der Wirtschaft, in der Gesellschaft aber auch im öffentlichen Dienst stattfindet, brauchen  betroffene Frauen auch eine Frau als Ansprechpartnerin, als starke Vertreterin  in einer Auseinandersetzung mit anderen Mitarbeiter/innen oder Vorgesetzten.“, so Ilona Helena Eisner.

Weiterhin wurde im Koalitionsvertrag von CDU und SPD in Thüringen vereinbart, dass bei der Novellierung des Thüringer Gleichstellungsgesetzes verbindliche und sanktionsbewehrte Regelungen aufgenommen werden mit dem Ziel den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. „Allerdings stellen wir jetzt fest, im Entwurf der Landesregierung fehlen verbindliche und sanktionsbewehrte Regelungen, d.h. das Klagerecht für die Gleichstellungsbeauftragte, wenn sie in allen ihren Rechten verletzt wird. Mit dem Ansinnen, nun auch noch männliche Gleichstellungsbeauftragte zu zulassen, wird das neue Gleichstellungsgesetz qualitativ erheblich schlechter, als das bisher bestehende Gesetz. Damit wird dieser Teil des Koalitionsvertrages aus unserer Sicht nicht erfüllt“, so die Vorsitzende weiter.

Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass analog männliche Gleichstellungsbeauftragte in den Kommunen keine wirksame Interessenvertretung für Frauen sein können, insbesondere nicht im Problembereich häusliche Gewalt oder sexuelle Gewalt. Viele Frauen und Migrantinnen werden sich mit diesen und auch anderen  Problemen niemals an einen Mann wenden können.

V.i.S.d.P. und für Rückfragen: Ilona Helena Eisner: 0176/19662307 oder Madeleine Henfling (Geschäftsführerin): 0170/9618722

 
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