Wer war eigentlich Margaretha Reichhardt?
Über die Schaffenszeit einer Bauhaus Frau
Ist von Frauen des Bauhaus die Rede, denken viele zuerst an Gunta Stölzl. Aber auch andere Textilkünstlerinnen waren sehr erfolgreich.
Eine davon war Margaretha Reichardt (* 6. März 1907 in Erfurt; † 25. Mai 1984 in Erfurt)
1926 begann sie ihr Studium an Bauhaus Dessau, belegte Kurse bei Lehrenden wie Josef Albers und Lazlo Moholy-Nagy.
Wie viele Frauen wurde sie in die Textilwerkstatt gesandt, die ab 1927 von Gunta Stölzl geleitet wurde.
Während der Arbeit am Bauhaus entwarf sie zahlreiche bildhafte gewebte und gewirkte Teppiche und beteiligte sich an verschiedenen Großprojekten des Bauhauses in Berlin und Dessau. Außerdem war sie maßgeblich an der Entwicklung von Stoffen beteiligt, die für die Herstellung von Alltagsmöbels entscheidend waren und heute noch sind.
Nach ihrem Diplom studierte und arbeitete sie in den Den Haag, kehrte 1933 nach Erfurt zurück und baute ihre eigene Webereiwerkstatt auf.
Die Mitgliedschaft in der Reichskulturkammer erlaubte ihr ab 1936 die Teilnahme auf zahlreichen Kunsthandwerks-Ausstellungen, z.B. 1936 im Leipziger Grassimuseum.
Die Arbeiten der Textilgestalterin wurden mit zahlreichen Auszeichnungen in Paris und Mailand bedacht, später erhielt sie die Ehrenurkunde des Ministeriums für Kultur, der Handwerkskammer und des Verbandes Bildender Künstler der DDR.
Während ihrer Schaffenszeit bildete sie über 50 Schüler:innen in ihrer Werkstatt in Erfurt-Bischleben aus.
Des Weiteren engagierte sich die Künstlerin seit den 1970er Jahren für den Erhalt des Bauhaus-Erbes in Weimar und Dessau.
Zum Weiterlesen:
https://bauhauskooperation.de/wissen/das-bauhaus/koepfe/biografien/biografie-detail/person-1010
https://www.erfurt-tourismus.de/sehenswertes/persoenlichkeiten/margaretha-reichardt/
