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Wer war eigentlich Helene Böhlau?

Wer war eigentlich Helene Böhlau, Henneberger

Bekannte Schriftstellerin setzt sich für Frauen im Verlagswesen ein

Helene Böhlau ( 1856-1940) wird als Tochter des Verlegers Hermann Böhlau in Weimar geboren.

Wie viele gutbürgerliche Töchter dieser Zeit erhält sie Privatunterricht. Ungewöhnlich an ihrer Erziehung: ihre Eltern senden sie auch ins Ausland- z.B. in den Orient.

Als Jugendliche interessiert sie sich nicht nur für Literatur- sie will sie mitgestalten. Entgegen den Vorstellungen ihrer Eltern und ihres Umfelds wird Helene Schriftstellerin- und dazu noch zu einer der bekanntesten ihrer Zeit. Ihre zahlreichen Romane und Erzählungen haben drei Kernthemen: Geschichten über ihre Reisen, das Weimar ihrer Kindheit &
Weibliche Emanzipation und Selbstbestimmung.

Mit Romanen wie im frischen Wasser (1891), das Recht der Mutter( 1896) und das Halbtier (1899) wird sie zu einer führenden Figur der literarischen Frauenbewegung in Deutschland.

Für ihre Werke wird sie in Literaturkreisen geschätzt & ausgezeichnet- u.a. von der Schillerstiftung. In Weimar wurde eine Straße nach ihr benannt. In Bayern, wo sie viele Jahre lebte und starb, ist ihr ein FrauenOrt gewidmet.
Sie ist mit Frauenrechtlerinnen ihrer Zeit gut vernetzt und Mitglied in zahlreichen Frauenvereinen.Darin setzte sie sich u.a. für umfassendere Mädchenbildung und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen ein. Zum Beispiel forderte sie, dass auch weibliche Autorinnen so für ihre Werke bezahlt werden, dass sie hiervon unabhängig leben können-eine mutige Forderung. Zu dieser Zeit waren viele Schriftstellerinnen von Familie oder Ehemann abhängig - weil Verlage erwarteten, dass sie umsonst schrieben.

Ich hatte mit einem tiefen, bestürzten Blick gesehen, daß die Frau, die geistig leben und arbeiten will, ganz ohne Traditionen ist- missachtet und belächelt. Ich hatte mir das nicht so vorgestellt. 

Zum Weiterlesen: 

https://www.literaturportal-bayern.de/autorenlexikon?task=lpbauthor.default&pnd=118878484

https://mon-mag.de/helene-boehlau-das-recht-der-mutter/

https://www.deutsche-biographie.de/pnd118878484.html#ndbcontent

https://www.literaturland-thueringen.de/personen/helene-boehlau/

Brinker-Gabler, Gisela: Perspektiven des Übergangs. Weibliches Bewußtsein und frühe Moderne. In: Dies. (Hg.): Deutsche Literatur von Frauen. Bd. 2. C.H. Beck, München.

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