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„Frauen - Medien - Rollenbilder“

Thüringer Mediengespräche der TLM in Kooperation mit dem Landesfrauenrat Thüringen e. V.

Termin:

Fr, 05.03.2021, 10:00–12:00 Uhr, hybrid, vor Ort: Thüringer Medienbildungszentrum der TLM (Florian-Geyer-Straße 17), Gera und online

Die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), der Landesfrauenrat Thüringen e. V. und die Thüringer Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann haben am 5. März 2021 im Rahmen der Thüringer Mediengespräche der TLM den Live TV-Talk „Frauen • Medien • Rollenbilder“ veranstaltet. Medienexperten/innen aus Rundfunk, Print und Filmproduktion zeigten viel-fältige Aktivitäten aus ihrem Arbeitsalltag auf, um Frauen in den Medien sichtbarer zu machen. Im Ergebnis wurde von den Frauenvertreterinnen, bei allen positiven Ansätzen, noch mehr Berücksichtigung des weiblichen Ge-schlechts gefordert.

TLM-Direktor Jochen Fasco machte zum Anliegen deutlich: „Medien haben gerade in diesem Themenfeld eine ganz besondere Funktion. Um dauerhafte Erfolge zu erzielen, ist es wichtig, langfristig auf allen Entscheidungsebenen Bewusstsein dafür zu schaffen. Das ist der Grund, warum wir bereits zum wiederholten Mal das Thema in einem Thüringer Mediengespräch der TLM aufgegriffen haben.“ Ganz aktuell wies Fasco auf den Entwurf des MDR-Staatsvertrages hin. Neben den Regelungen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter im Programm sowie der beruflichen Gleichstellung, ist insbesondere die vorgesehene angemessene Berücksichtigung von Frauen und Männern im MDR-Rundfunkrat zu begrüßen. Bei der Entsendung neuer Mitglieder soll demnach einem Mann eine Frau und einer Frau ein Mann nachfolgen.

Auch für Friederike Theile, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates Thüringen e. V., ist die geschlechtergerechte Besetzung von Gremien ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Hier gelte es zu beobachten, wohin das in der Praxis führt.

In der Diskussionsrunde mit der Produzentin und Filmverleiherin Julia Irene Peters, der Thüringer Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann, Gabi Ohler, dem Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen, Bo-ris Lochthofen und dem Chefredakteur der OTZ, Jörg Riebartsch, ging es u. a. um Fragen der Zusammenarbeit von Frauen und Männern, die Art und Weise der Entscheidungsfindung in Medienunternehmen und Wege an die Spitze. Es bestand Einigkeit, dass immer fachliche Eignung, inhaltliche Kompetenzen und persönliche Eigenschaften entscheidend für die berufliche Entwicklung sein müssen und nicht das Geschlecht. So werden Entscheidungen über Inhalte in den Medien in arbeitsteiligen Prozessen getroffen, an denen in den Redaktionen viele weibliche Beschäftigte beteiligt sind. Für regionale Medien ergeben sich die Themen aus dem Lebensraum der Menschen, hier gibt es Vielfalt und die Möglichkeit, auch Nischen zu bedienen. Frauen sollten immer wieder ermutigt werden, ihre eigenen Kompeten-zen wertzuschätzen und sich beispielsweise zu trauen, eigene Firmen im Medienbereich zu gründen. Zudem müssen strukturelle Bedingungen vorhan-den sein, damit die Frauen sich überall gleichberechtigt beruflich entwickeln können.

Moderatorin Ilona Helena Eisner zog als Bilanz der Veranstaltung: „Es hat sich auch dieses Mal wieder gezeigt, dass es wichtig ist, an dem Thema dranzubleiben. Langsam zeigen sich positive Entwicklungen, doch das Tempo muss gesteigert werden, wenn etablierte Medien nicht von der ge-sellschaftlichen Realität überholt werden wollen.“

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