Startseite Aktuelle Meldungen
Herzlich Willkommen beim Landesfrauenrat Thüringen e.V.


Frauen fordern Emanzipation im Gesundheitswesen

Gemeinsame Pressemitteilung von BARMER, Landesfrauenrat und der Landesbeauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann

Erfurt, 5. März 2019 – Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fordern die BARMER, der Landesfrauenrat Thüringen und die Thüringer Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann die Emanzipation im Gesundheitswesen. „Die Medizin tickt noch immer männlich. In der Forschung, in den medizinischen Leitlinien oder auch in der Medikation müssen Frauen besser berücksichtigt werden. Sonst werden Frauen einfach nicht richtig behandelt“, sagen Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER, Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder und Andrea Wagner vom Landesfrauenrat.


Besonders eklatant ist die Situation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Herzinfarkt wird noch immer als reine „Männersache“ betrachtet. Dabei sind Erkrankungen des Herzens die häufigste Todesursache bei Frauen in Thüringen. Laut Landesamt für Statistik aus dem Jahr 2016 starben 4155 Frauen und 3308 Männer an einer Erkrankung des Herzens. Nicht selten werden Herzinfarkte bei Frauen zu spät erkannt, weil typisch „männliche“ Symptome wie Vernichtungsschmerz fehlen und stattdessen beispielsweise Druckgefühle in Brust- und Bauchraum oder Übelkeit auftreten.

„Die medizinische Versorgung muss im Sinne der Frauengesundheit optimiert werden“, lautet die zentrale Botschaft, die BARMER, Landesfrauenrat und die Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann anlässlich des Internationalen Frauentags senden.

 
Frauentagsveranstaltungen der Mitgliedsorganisationen

 
Eine unterstützenswerte Kampagne:

Tragen Sie am Donnerstag schwarze Kleidung!

Einfach, aber tiefgründig: Tragen Sie einen Anstecker, um zu zeigen, dass Sie ein Teil der globalen Bewegung sind, die sich gegen Haltungen und Handlungen auflehnt, die Vergewaltigung und Gewalt dulden. Zollen Sie Frauen Respekt, die Ungerechtigkeit und Gewalt die Stirn bieten. Ermutigen Sie andere, sich Ihnen anzuschließen.

 

Mehr Informationen unter
https://www.oikoumene.org/de/mitmachen/thursdays-in-black

 
Frohe Feiertage und die besten Wünsche für das Neue Jahr,...

 

...verbunden mit dem Dank für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr.
Wir wünschen Ihnen Zeit zur Entspannung und Erholung, Zeit zur Besinnung auf die wesentlichen Dinge des Lebens, Zeit im Kreise von lieben und wichtigen Menschen, Zeit für Stille und Freude.

Der Vorstand des Landefrauenrat Thüringen e. V. und
die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle

 
Pressemitteilung des Deutschen Frauenrates anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht

Deutscher Frauenrat

Berlin, 9. November 2018

Die unvollendete Demokratie

Erklärung zu 100 Jahren Frauenwahlrecht

Am 12. November 1918 wurde mit der Verkündung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts der Grundstein für die parlamentarische Demokratie in Deutschland gelegt. Wir feiern dieses Datum als Geburtsstunde des Frauenwahlrechts. Wir feiern den historischen Erfolg unserer politischen Vormütter mit Dankbarkeit und Respekt. Unbeirrt und mutig haben sie für dieses Recht in internationalen Bündnissen gekämpft. Dafür ehren wir sie.

100 Jahre später müssen wir jedoch eine ernüchternde Bilanz ziehen:

In Deutschland im Jahr 2018

  • verdienen Frauen durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer,
  • machen Frauen rund 50 Prozent mehr unbezahlte Arbeit in Haushalt und Familie als Männer,
  • beziehen Frauen durchschnittlich eine Rente, die knapp 60 Prozent einer durchschnittlichen Männerrente beträgt,
  • sitzen mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen im Bundestag,
  • kommen viele Unternehmensvorstände gänzlich ohne Frauen aus,
  • wird fast jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens Opfer physischer und psychischer Gewalt,
  • wird jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner getötet.

Wir erinnern:

In Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz heißt es: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“.

Wir stellen fest:

Die fortwährende strukturelle Diskriminierung von Frauen verstößt gegen unsere Verfassung. Der Staat kommt seiner Verpflichtung nicht nach. Mit Freiwilligkeit und Selbstverpflichtungen kommen wir nicht weiter. Wir brauchen wirkungsvollere Gesetze für die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung. Sanktionen bei Nichterfüllung dürfen kein Tabu sein.

Wir fordern:

  • gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit,
  • Parität in Parlamenten und Politik,
  • die Anerkennung und Aufwertung von Sorgearbeit sowie eine Umverteilung unbezahlter Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern,
  • die Ausweitung der Quote in der Privatwirtschaft und auf die Bereiche Medien, Kultur, Medizin und Wissenschaft,
  • Rentengerechtigkeit,
  • die zügige und vorbehaltlose Umsetzung der Europarat-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention).

Wir erklären:

Ohne Geschlechtergerechtigkeit bleibt die Demokratie unvollendet. Gleichberechtigung aller Geschlechter, soziale Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Selbstbestimmung – das sind die Grundvoraussetzungen einer freiheitlichen Gesellschaft. Sie müssen erstritten und sie müssen immer wieder beherzt verteidigt werden. Gerade auch heute. Denn antifeministische und frauenfeindliche Kräfte gewinnen im politischen und öffentlichen Raum an Einfluss. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, antidemokratisches und rechtsextremes Denken haben in der Mitte der Gesellschaft Fuß gefasst. Dagegen müssen wir aufstehen. Denn Frauenrechte und Demokratie sind unteilbar.

Die Erklärung als PDF

////////////////////////////////////////////////////////////

Ulrike Helwerth
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – Communications Director
Internationale Gleichstellungspolitik – International Gender Equality Policy

Deutscher Frauenrat
National Council of German Women`s Organizations
Axel-Springer-Str. 54a
10117 Berlin
Fon: +49 30 204569-17

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.frauenrat.de @frauenrat

////////////////////////////////////////////////////////////

Engagiert für Gleichstellung in Politik und Gesellschaft

Deutschlands größte Frauenlobby

100 Jahre Frauenwahlrecht – Demokratie braucht Parität!

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 Weiter > Ende >>

Seite 2 von 4
top