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Herzlich Willkommen beim Landesfrauenrat Thüringen e.V.


Nachlese zur Jubiläumsfeier des Landesfrauenrates Thüringen e. V.

Gemeinsam mit der Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Heike Werner ehrte Andrea Wagner, Vorsitzende des Landesfrauenrates Thüringen e. V. den ehrenamtlichen Einsatz von...

...Ingrid Wiegel,
ehrenamtlich beim Landessportbund Thüringen e. V.;

...Karin Schippa,
ehrenamtlich beim DGB Hessen-Thüringen und ASF;

...Helga Dieckmann,
ehrenamtlich beim Frauenzentrum Weimar und...

...Conrad Gliem,
ehrenamtlich beim LSVD Thüringen e. V.

Neben vielen Gästen aus den Mitgliedsorganisationen waren Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringen, Eva Nagler von der Friedrich-Ebert-Stiftung und Stefan Werner, Der PARITÄTISCHE LV Thüringen anwesend, u. a. auch um Jubiläumsgrüße zu überbringen. Eva von Angern, Vorsitzende des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e. V. führte mit Esprit durch das Programm.

 
43. Delegiertenversammlung des Landesfrauenrates Thüringen e.V.

Am 1. September 2018 fand in der Krügervilla des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes die 43. Delegiertenkonferenz des Landesfrauenrates Thüringen e.V. statt. Zum Auftakt gab Brigitte Triems,Vorsitzende des dfb e.V. und ehemalige Präsidentin der Europäische Frauenlobby EWL in Brüssel, in ihrem Vortrag „Nichts ist sicher - Sind Rechtspopulismus und Antifeminismus eine Bedrohung unserer Gleichstellungspolitik?“ einen Einblick in die Frauenpolitik der EU.

Am Nachmittag erstattete der Vorstand des Landesfrauenrates Bericht über das Haushaltsjahr 2017/18. Die eingereichten Anträge wurden mit den anwesenden Vertreter*Innen diskutiert. Die daraus resultierenden Beschlüsse finden Sie hier. Eine neue Mitgliedsorganisation, der Soroptimist International Club Erfurt, wurde einstimmig aufgenommen und eine Vertreterin der Mitgliedsorganisationen in die KAIROS-Jury 2019 gewählt.


 
Offener Brief des Landesfrauenrates Thüringen e. V. und der Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann im Freistaat Thürignen:

Einerseits Buchstaben auf Papier, andererseits das echte Leben.

Sehr geehrter Herr Präsident,

mit Verwunderung und Bedauern haben wir registriert, dass eine Abgeordnete des Thüringer Landtages, Madeleine Henfling, die zurzeit nicht nur Abgeordnetenpflichten, sondern auch Mutterpflichten hat, am Mittwoch den 29. August 2018 den Plenarsaal auf Ihre Anordnung hin verlassen musste und mit ihrem sechs Wochen alten Sohn nicht wieder betreten durfte. Begründet wurde diese Entscheidung von Ihnen mit der Geschäftsordnung. In der gültigen Fassung vom 19. Dezember 2016 ist allerdings der Aufenthalt von Kindern nicht explizit geregelt.

Wir möchten an dieser Stelle auch nicht über Regelungen und Anlagen von Ordnungen diskutieren, sondern auf unseren jahrelangen Kampf, Frauen für die Arbeit in Parlamenten zu gewinnen, hinweisen. Ist die Forderung des Landesfrauenrates nach einem Parité-Gesetz zu hoch gegriffen, wenn es noch nicht einmal die Strukturen gibt, dass Abgeordnete mit Sorgepflichten ihr Recht und ihre Pflichten wahrnehmen können, ihr Mandat auszuüben? Wir bezeichnen diesen Saalverweis als Skandal. Denn das Kind kam ja nicht plötzlich. Bereits in der Schwangerschaft hat Frau Henfling mit Ihnen darum gerungen, eine für ihr Mandat handhabbare Lösung zu finden. Ihr Vorschlag Herr Carius, dass bei Abstimmungen eine CDU-Abgeordnete auf das Abstimmen verzichtet, ist ein Versuch, die Stimmenanteile des Parlaments zu wahren, doch er bietet Frau Henfling keine Möglichkeit, ihre Arbeit zu tun. Und entzieht einer weiteren Abgeordneten das Recht auf die Ausübung ihres Mandats.

Die Begründung des Verweises mit dem Kindeswohl allerdings, grenzt in unseren Augen an Sarkasmus. Es geht hier nicht um die Frage, was gut ist für Kinder, sondern es geht um die Frage, ob Menschen, die sich um Kinder kümmern, gleichzeitig in der Öffentlichkeit präsent und aktiv sein können, oder ob sich beides gegenseitig ausschließt. Ihre Entscheidung zeigt deutlich, dass Frauen und Männer als Eltern unterschiedlich gesehen und behandelt werden. Während Väter stolz die Fotos des Nachwuchses zeigen und zur Tagesordnung übergehen, müssen Mütter in der Politik dafür sorgen, sichtbar und aktiv zu bleiben.

Eine Auslegung der Geschäftsordnung, die Mütter ausschließt, ihre parlamentarische Pflicht zu erfüllen, ist strukturelle Diskriminierung und hat zur Folge, dass junge Frauen keine Mandate übernehmen können, selbst wenn sie es wollten. Ein Parlament, dass in dieser Form Mütter vom demokratischen Handeln ausschließt, ist nicht zeitgemäß.

Wie wollen Sie Vertreterinnen und Vertreter anderer gesellschaftlicher Bereiche davon überzeugen, gleiche Chancen und Rechte für Männer und Frauen einzuhalten, wenn Sie im eigenen Hause derartige Entscheidung treffen? Wie wollen Sie junge Menschen für die so dringende politische Arbeit begeistern, wenn Sie diesen nicht die nötigen Strukturen bieten? Wie begründen Sie Ihre Entscheidung gegenüber anderen Landtagsparlamenten bzw. dem Bundestag, in denen Kinder durchaus in Plenarsälen zu finden sind?

Die Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann und der Landesfrauenrat Thüringen e.V. erwarten von Ihnen, dass für den Thüringer Landtag schnellstmöglich Regelungen vereinbart werden, die für Abgeordneten die nötigen Strukturen schaffen, ihr Mandat auch mit Sorgepflichten für Kinder auszuüben.

Mit feministischen Grüßen

Andrea Wagner
Vorsitzende
Landesfrauenrat Thüringen e. V.

Katrin Christ-Eisenwinder
Beauftragte für die
Gleichstellung von Frau und Mann

 
Resolution der Landesfrauenräte für ein offenes Europa

anlässlich der Konferenz der Landesfrauenräte 15.-17. Juni 2018 in Hamburg

 
Nichts ist sicher - Vortragsreihe mit Brigitte Triems

Sind Rechtspopulismus und Antifeminismus eine Bedrohung unserer Gleichstellungspolitik?

Vortragsreihe und Gesprächsabende mit Brigitte Triems, Vorsitzende des dfb e. V. und ehemalige Präsidentin der Europäischen Frauenlobby EWL, Brüssel

Es ist unbestritten, dass Frauen heute über bedeutend mehr Rechte verfügen als voran gegangene Generationen, und positive Entwicklungen im Bereich der Gleichstellung vor allem durch den Kampf und den unermüdlichen Druck von engagierten Frauen und ihren Verbänden erreicht wurden. Nationale Gesetzgebung und europäische Gleichstellungspolitik haben positive Impulse für die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Frauen und Männern in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gegeben. Chancen zur Verwirklichung eigener Lebensentwürfe und Abbau von Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts schienen weitgehend gesellschaftlicher Konsens, auch wenn es an der konsequenten Umsetzung rechtlicher Regelungen zur Gleichstellung zwischen Frauen und Männern immer noch mangelt.

Und jetzt kommt ein neues, gefährliches Phänomen dazu: In jüngster Zeit wird immer deutlicher, dass rechtspopulistisches Denken kein Randproblem ist. Neben antisemitischen, islam- und ausländerfeindlichen Haltungen sind auch antifeministische Einstellungen auf dem Vormarsch. Verbreitete Ressentiments gegenüber Gleichstellungspolitik und Geschlechterforschung werden gezielt aufgegriffen und kommuniziert. Rechtspopulist*innen propagieren rückwärtsgewandte Frauen- und Familienbilder.
Wenn man sich Dokumente und Reden von Vertreter*innen populistischer Parteien auf europäischer Ebene und in EU-Mitgliedsstaaten ansieht, zeichnen sich gerade auf diesem Gebiet gemeinsame Positionen und Ansichten ab. Diese stellen eine Bedrohung von Frauenrechten dar und sind ein Rückschritt auf dem Wege zu wirklicher Gleichstellung. 2019 stehen die Wahlen zum Europäischen Parlament an. Es liegt an den Wähler*innen zu verhindern, dass rechtspopulistische Parteien noch größeren Einfluss erlangen und Frauenrechte derart weiter mit Füßen treten können.

Der Vortrag beleuchtet am Beispiel der europäischen Partei »Bewegung für ein Europa der Nationen und der Freiheit« (MENL), der FN (Frankreich), der UKIP (Großbritannien), der FPÖ (Österreich) und der AfD (Deutschland) die Positionen, die diese Parteien auf dem Gebiet der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern vertreten.

Di, 17. April 2018, 18 Uhr mit Brigitte Triems und Andrea Wagner im Frauenzentrum Weimar, Schopenhauerstraße 21, Weimar

Mi, 18. April 2018, 18 Uhr mit Brigitte Triems und Katrin Christ-Eisenwinder im Haus Dacheröden Erfurt, Anger 37, Erfurt

Do, 19. April 2018, 17 Uhr mit Brigitte Triems, Eleonore Mühlbauer und Madeleine Henfling in der TU Ilmenau, Curie-Hörsaal, Curiebau, Weimarer Straße 25, Ilmenau

Moderation: Ilona Helena Eisner, Geschäftsführerin Landesfrauenrat Thüringen e. V.

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