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Sexistische Werbung ist niemals witzig!

Das Onlineportal Spiegel berichtete Anfang dieser Woche über die sexistische Werbung der Nordhäuser Neue Nachrichten (NNZ). Mit einer Pressemitteilung fordert der Landesfrauenrat Thüringen e.V. den Chefredakteur Peter-Stefan Greiner diese frauenverachtende Werbung einzustellen.

Wie das Onlineportal des Spiegel heute in einem Bericht veröffentlicht (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sexismus-nnz-online-de-haelt-an-umstrittener-anzeige-fest-a-916077.html), wirbt die NNZ (Nordhäuser Neue Nachrichten) mit einer mehr als fragwürdigen und eindeutig sexistischen Botschaft (http://nnz-online.de/service/hintergruende/nnz1920x1080/nnzbg3_1920x.jpg). Bereits die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhausen Stefani Müller hat den verantwortlichen Chefredakteur Herrn Greiner auf diese sexistische Werbung hingewiesen. Doch anstatt sich ernsthaft Gedanken über die frauenverachtende Botschaft in seiner Werbung zu machen, wird hier versucht KritikerInnen den Humor abzusprechen.

Zur Werbung der NNZ und dem dazu heute bei Spiegel online erschienen Artikel erklärt Ilona Helena Eisner die Vorsitzende des Landesfrauenrat Thüringen e.V.: „Die Reaktion des NNZ Chefredakteurs zeigt deutlich: Debatten um den Alltagssexismus in Deutschland sind mehr als nötig. Der Sinn von Werbung ist doch, anzusprechen, aufmerksam und neugierig zu machen, auf das Produkt oder ein Angebot und dass nicht schon mit einer Zensur, indem eine Gruppe von Menschen gleich ausgeschlossen wird, weil auf ihre Kosten geworben wird. Der Vorschlag von Herrn Greiner, die Gleichstellungsbeauftragte Frau Müller möge, wenn sie keinen Humor hat, die Medien meiden, ist doch die Herabwürdigung der eigenen Arbeit, oder will er mit NNZ-online ein "humoristisches Tageblättchen" veröffentlichen, welches eigentlich nicht ernst genommen werden soll?

Der Antwortbrief des Chefredakteurs an die Gleichstellungsbeauftragte (http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=129130) spricht zu dem von Satire. Nur Satire und Werbung passen, wenn die literarische Gattung richtig angewandt wird, auch nicht wirklich zusammen, da Satire in überspitzter verspottender Form Zu- und Missstände thematisiert. Als Journalist, sollte "Mann" sich mit sprachlichen und literarischen Formen besser auskennen und sie entsprechend anwenden können.“, so die Vorsitzende des Landesfrauenrat. „Sexistische Werbung, Werbung die also wie in diesem Fall Frauen herabwürdigt, sie auf ihre Brüste beschränkt und sexualisiert, ist im Übrigen nicht nur für die Frauen entwürdigend, sondern eben auch für Männer die auf ihre angebliche Triebhaftigkeit  reduziert werden und auf solche Werbung anspringen sollen.“, so die Landesvorsitzende weiter.

Der Landesfrauenrat Thüringen fordert daher den Chefredakteur der NNZ Peter-Stefan Greiner auf, diese Werbung einzustellen.

 
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