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Besserer Schutz für geflüchtete Frauen gefordert

Am 05. September fand die 39. Delegiertenversammlung des Landesfrauenrates Thüringen e.V statt. Ein Themenschwerpunkt war die Situation geflüchteter Frauen. Zum 39. Mal hatte der Landesfrauenrat Thüringen am Sonnabend zur Delegiertenversammlung eingeladen. Der Verein vertritt 27 Mitgliedsverbände in Thüringen und tritt für die Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen ein.

Ein Themenschwerpunkt war die Situation geflüchteter Frauen in Thüringen. „Insbesondere für Frauen mit Kindern sind die Zustände in den Flüchtlingsunterkünften unzureichend“, so die Vorsitzende des Landesfrauenrates Ilona Helena Eisner. Frauen müssten mit Ihren Kindern die gleichen sanitären Anlagen nutzen, wie Männer, ohne dass ihnen ein eigener Bereich zur Verfügung gestellt werde. Zudem fehle es an abschließbaren Räumlichkeiten, damit Frauen und Kinder in einer geschützten Umgebung übernachten können. „Aufgrund der gemeinsamen Unterbringung von Frauen und Männern auf engstem Raum kommt es häufig zu gewalttätigen Übergriffen“, sagt Eisner. So kommen die sowieso schon traumatisierten Frauen vom Regen in die Traufe. Dem könne nur mit neuen Unterbringungskonzepten, die Frauen und Kinder vor derartigen Übergriffen schützen, Einhalt geboten werden, so Eisner weiter. Zwei dieser Konzepte wurden zur Delegiertenversammlung vorgestellt und darüber beraten. Zum einen eine Arbeitshilfe mit „Empfehlungen an ein Gewaltschutzkonzept zum Schutz von Frauen und Kindern vor geschlechtsspezifischer Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften“ vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (Der Paritätische) und zu anderen das Policy Paper „Effektiver Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt – auch in Flüchtlingsunterkünften“ des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

„Wir fordern mit Nachdruck die Berücksichtigung dieser Unterbringungs-konzepte zur Gewaltprävention in der Flüchtlingspolitik“, sagte Eisner abschließend. „Geflüchtete Frauen und deren Kinder müssen den besonderen Schutz einer Gesellschaft erhalten. Sie haben ein Recht darauf, in einer gewaltfreien Umgebung den Neuanfang nach Flucht und Vertreibung zu wagen.“

In der 39. Delegiertenversammlung wurde zudem der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, Landesverband Thüringen (LSVD) einstimmig als neues Mitglied in den Landesfrauenrat Thüringen e.V. aufgenommen.

Zu Gast war Ministerin Heike Werner. Sie würdigte die Leistungen des Landesfrauenrates als Lobbyorganisation und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. „Der Landesfrauenrat Thüringen ist ein großer Kraftspender in der Arbeit für die Gleichberechtigung von Frauen. Diese Arbeit schaffen wir nur gemeinsam und mit einer starken Basis“, sagte die Ministerin. Im Anschluss stellte sich Frau Werner bereitwillig den zahlreichen Fragen der Delegierten aus den Mitgliedsorganisationen.

V.i.S.d.P. und für Rückfragen: Ilona Helena Eisner: 0176/19662307
Website: http://www.landesfrauenrat-thueringen.de/
Facebook: https://www.facebook.com/landesfrauenrat.thuringen

 
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