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Pressemitteilung zum Frauentag 2014:

Gleichstellungspolitischen Stillstand beenden

Zum Frauentag 2014 erklärt Ilona Helena Eisner, Vorsitzende des Landesfrauenrates Thüringen e.V.:

„Der Internationale Frauentag am 8. März soll uns in jedem Jahr daran erinnern, dass Frauenrechte in Deutschland und Europa hart erkämpft werden mussten und immer noch erkämpft werden müssen. In wenigen Wochen am 25. Mai wird das Europäische Parlament neu gewählt, gleichzeitig finden in Thüringen Kommunalwahlen statt. Gerade an diesem Tag werden auch die Weichen für die zukünftige Frauenpolitik in Europa gestellt. Bedenklich wird es aus unserer Sicht, wenn der prognostizierte Rechtsruck Europas vollzogen wird. Das ist auch immer ein Rückschritt für die Rechte von Frauen und für Gleichstellungsfragen. Das beste Beispiel für solche Rückschritte zeigt sich gerade in der Diskussion um das Abtreibungsgesetz in Spanien. Hier soll das Abtreibungsgesetz wieder massiv verschärft werden.

Die dieser Tage veröffentlichte EU-Studie zum Thema Gewalt gegen Frauen zeigt noch einmal eindrücklich, wie wichtig das Eintreten für die Rechte von Frauen ist (http://fra.europa.eu/de/press-release/2014/gewalt-gegen-frauen-sie-passiert-taglich-und-allen-kontexten). Einrichtungen wie Frauenhäuser oder Frauenzentren, Frauenberatungsstellen und andere Unterstützungseinrichtungen bangen in jedem Jahr neu um ihre Finanzierung. Das muss sich endlich ändern. Nur eine sichere Finanzierung dieser wichtigen Unterstützungs- und Beratungsstrukturen kann Frauenrechte sicherstellen. Ein zukunftsorientiertes Europa kann es nur mit mehr Frauenrechten und mehr Gleichstellung geben!

Gleichzeitig finden die Kommunalwahlen in Thüringen statt. Noch immer gibt es hier einen zu geringen Anteil von Frauen in den Kreistagen, Stadt- und Gemeinderäten.

Wir sind der Meinung, das wird sich von alleine nicht ändern! Es braucht für Thüringen eine klare Offensive die die Gleichstellung von Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen vorantreibt. Dazu gehört es auch, dass Frauen endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten sowie Erziehungs- und Pflegezeiten besser angerechnet werden. Prekäre Beschäftigung betrifft vor allem Frauen und führt sie direkt in die Altersarmut. Frauen und Männer in unserer Gesellschaft sind nach wie vor gefangen in Rollenbildern, Schönheitsidealen und Fremdvorstellungen, die oft

wenig mit dem wirklichen Leben zu tun haben. Wir müssen auch hier verstärkt daran arbeiten, das Rollenbilder in unserer Gesellschaft aufgebrochen werden und Menschen die Möglichkeit haben sich nach ihren Fähigkeiten und Interessen entfalten zu können und nicht in Rollenvorstellungen gezwängt werden, die ihren Vorstellungen nicht entsprechen.

Wir müssen wieder mehr für unsere Rechte eintreten. Das zeigen die Entwicklungen der letzten Jahre deutlich. Und wir sollten den Frauentag wieder als das verstehen was er einmal war: Ein politischer Tag, an dem das Eintreten für Frauenrechte und Gleichberechtigung im Vordergrund stehen muss. Dazu müssen wir den gleichstellungspolitischen Stillstand beenden und in die Offensive gehen. Frauenrechte sind Menschenrechte und die sind nicht verhandelbar!“

V.i.S.d.P. und für Rückfragen: Ilona Helena Eisner: 0176/19662307 oder Madeleine Henfling: 0170/9618722

 
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